Sachsens Panzerwagen

Da haben wir mal wieder eine besondere Posse sächsischer Art. Da bestellt die sächsische Polizei einen Panzerwagen, dessen Sitze vom Hersteller in einer Optik bestickt werden, die auch unbedarfte Beobachter fatal an rechtsextreme Symbolik erinnert.

Nachdem das öffentlich wird (17.12.2017), entschuldigt man sich nicht etwa, kündigt zügige Aufklärung an und verspricht die Stickerei schnellstmöglich zu entfernen. Nein, in Schritt eins, weist das sächsische Innenministerium a) jede Verantwortung von sich, weil angeblich der Hersteller für die Stickerei eigenmächtig verantwortlich sei und b) leugnet, dass darin ein Indiz für eine rechte Attitüde vorliege.

In Schritt zwei (18.12.2017), muss dann leider zugegeben werden, dass die Auslieferung und auch die Bestickung auf Wunsch des Auftraggebers erfolgte.

In Schritt drei (19.12.2017) wird dann angekündigt, dass die Stickerei entfernt werden soll allerdings nicht ohne zu betonen, dass „das Logo weder Ausdruck einer rechten Gesinnung ist, noch anderweitige ideologische Attitüden erkennen lassen soll“.

Wäre gleich eine Entschuldigung mitsamt Distanzierung und Ankündigung der Entfernung erfolgt, wäre der Schaden überschaubar gewesen. So hat sich Sachsen wieder einmal bundesweit lächerlich gemacht. Daran sind nicht die bösen Medien oder sonstwer Schuld, das ist ein von Anfang bis Ende hausgemachtes Problem, das einmal mehr die mangelnde Sensibilität im Umgang mit dem Thema Rechtsextremismus offenbart.

Es ist in den letzten Wochen viel über den schlechten Zustand der politischen Bildung in Sachsen gesprochen worden. Auch dafür liefert diese Geschichte einen „schönen“ Beleg.

Und mal so nebenbei gefragt: Die Stickerei, die ja angeblich überhaupt keine Nähe zu rechtsextremer Ideologie erkennen lässt, erinnert die eigentlich nur mich da das „S“ von „Sachsen“ und wohl auch von „Spezialeinsatzkommando“ an das „S“ im Logo der rechtsextremen Band Skrewdriver, oder geht das auch noch anderen so?

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